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Aus der Sammlung Kreutzer- Peter Schmitz, Notenständer, 1986

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Im Rahmen der Newsletter wollen wir Ihnen einzelne Objekte aus der Sammlung Kreutzer vorstellen.
Die Sammlung versucht das Zeitgeschehen, weit gefasst unter den Begriffen Radikal Design – Neues Deutsches Design – Experimentelles Design, eben „Jenseits der Norm“, zu beleuchten.

Eines der Objekte von Peter Schmitz aus der Sammlung Kreutzer, das heute hier vorgestellt wird, ist ein Notenständer, 1986, der unter anderem zu der Ausstellung „Gefühlscollagen Wohnen von Sinnen“ 1986 im Kunstmuseum Düsseldorf gezeigt wurde.

Die Beschreibung zu diesem Notenständer für die Ausstellung von Peter Schmitz selbst zeigt die Radikalität und Aufbruchstimmung der Kreativen dieser Jahre.

>Die Bereitschaft, mit sämtlichen Seh- und Gebrauchsgewohnheiten zu brechen, muß kompromißlos, provokant und unabhängig von herrschendem Zeitgeist praktiziert werden. Es ist unabdingbar geworden, eine neue Ästhetik, auch oder vielleicht auch gerade, die des scheinbar Häßlichen, des vordergründig Abstoßenden aufzuzeigen, und sei es um den Preis, daß der Konsument in seiner Wohnlandschaft bestürzt aufschaut und alle Grundwerte ins Wanken geraten sieht. Sollte dies nicht gelingen, so wird es kaum möglich sein, mit der Neutralität und Passivität des herkömmlichen Designs zu brechen.< Dieser Notständer ist einer von vielen Kunstobjekten von Peter Schmitz die wir in die Sammlung aufgenommen haben. Als ich ein Notenheft darauf plazierte erschien es mir wie ein Feuerwerk. Die einzelnen Noten schienen gleich wie Funken explodieren zu wollen. Peter Schmitz zu dem Notenständer: >Dieser Notenständer ist kein dienendes Objekt – er ist eine Haltung.
1984 entstanden, in einer Zeit, in der das sogenannte „Neue Deutsche Design“ begann, Konventionen aufzubrechen, steht er exemplarisch für eine radikale Neuinterpretation des Gebrauchsgegenstands. Statt sich unterzuordnen, behauptet er sich: als Linie im Raum, als Spannung, als Geste. Die klassische Funktion des Notenständers bleibt zwar erhalten, doch sie wird beinahe beiläufig – das Eigentliche ist die skulpturale Präsenz.
Gefertigt aus 12 und 16 mm Rundstahl, farblos lackiert, zeigt sich das Material unverstellt. Keine Verkleidung, kein Dekor – nur Struktur, Rhythmus und Balance. Die auseinanderstrebenden Stäbe wirken wie eingefrorene Bewegung, wie ein Moment kurz vor der Auflösung. Es ist, als würde die Musik selbst bereits im Objekt sichtbar werden, noch bevor ein Ton erklingt.
Dass der „Stern“ ihn einst als „Musik für schräge Töne“ bezeichnete, trifft den Kern sehr genau. Dieser Notenständer sucht nicht die Harmonie im klassischen Sinne, sondern die Reibung, das Dazwischen, das Unbequeme – und gerade darin liegt seine Kraft.
Er wurde in zahlreichen Ausstellungen gezeigt – Gefühlscollagen, Wohnen von Sinnen, Möbel per Du, Erkundungen: Nutz Lust Kunst – und immer wieder publiziert. Dabei bewegte er sich souverän zwischen Design, Kunst und Inszenierung. Ein Objekt, das sich nicht festlegen lässt.
Dass ein Exemplar im Besitz von Tina Turner ist, wirkt fast folgerichtig: Auch hier trifft Ausdruck auf Eigenwilligkeit, Energie auf Formbewusstsein.
Am Ende bleibt ein Notenständer, der keiner sein will – sondern ein eigenständiges Zeichen im Raum. Ein Stück gebaute Spannung. Eine Einladung, Musik anders zu denken.<

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