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Vier kreative Köpfe vereint zu einer Idee: Xylos. Gestaltungskraft auf künstlerisch höchstem Niveau.

Der Münchner Tischler und Kunstschreiner Martin Spreng, Kunstschreiner Francis Ballu, der Architekt Remi Colmet-Daâge und der Modellbauer Philippe Delaflotte gründeten sich zwischen 1980 und 1982 als groupe Xylos. Ihr Fokus als Werkgruppe lag auf hochspezialisierten, exklusiven Raumgestaltungen und ausgefallenem Interieur. Sie stellten als Werkgruppe individuelle Einzelstück her und begeisterten Kunstliebhaber in ganz Europa.

Magie des Materials einzigartig inszeniert

Die Arbeiten von Xylos sind geprägt von ausgefallenen, edlen Materialien wie bspw. natürliche und gefärbte Hölzer. Diese kombinierten sie im Kontrast mit Stein, Glas und Metall sowie aufwendigen Lack- als auch Oberflächengestaltungen. Große Auftragsarbeiten waren Intarsienwände für das Liederhalle-Kongresszentrum Stuttgart, die Eingangshalle bei Cartier in Aix-les-Bains sowie das Braun Melsungen medical bei Kassel und das Rathaus von Paris.

Mutige Experimenteure an der Grenze zum Machbaren

Die Arbeiten von Xylos sind nur als Ergebnis in der Gruppe denkbar. Nicht ein einzelner der Künstler steht in ihren Werken im Vordergrund, sondern immer das Wirken als Team. Alle Werke sind Resultat einer sorgfältigen Auseinandersetzung mit Material, Kundenwunsch und der Inspiration der vier Gestalter. Xylos greift bei seinen Arbeiten frei in das Inventar der Kunstgeschichte, übersetzt es in neue Darstellungsformen und ausgefallene Strukturen, wie dieser Schreibtisch sichtbar beweist. In 2009 löste sich Xylos als Team auf, die in fast 30 Jahren herausragende Luxusgüter geschaffen haben.

Ein Schreibtisch wie aus der Hand von Neokubisten

Die eigenwilligen und stets minutiös ausgearbeiteten Kreationen von Xylos beweisen sich als Ergebnis gemeinsamer Planungen und ständigem Dialog. Das zeigt der 1982 – 1983 entstandene Schreibtisch aus Eichenholz mit furniertem Courbaril und Ebenholz. Er verdeutlicht exemplarisch den herausragenden Einfallsreichtum der vier Künstler und ihr Gespür für Oberflächen, Struktur und kostbare Materialien. Der Hang von Xylos zu eigenwilligen, hochpräzise ausgetüftelten Konstruktionen macht dieser Schreibtisch auf besondere Weise erlebbar. In seiner Formsprache greift der Entwurf Gestaltungsprinzipien des Kubismus auf, die aber fließender und in weicheren Faltenwurf übersetzt werden.

Schön gemilderte Geometrie

Das Wort Kubismus ist abgeleitet von frz. cube bzw. lat. cubus für Würfel. Charles Morice verwendete den Begriff in einem Artikel vom 16. April 1909 im Mercure de France über Bilder Braques aus dem Salon des Indépendants. Louis Vauxcelles etablierte dann den Begriff cubisme in seinem Bericht über die Arbeiten Braques im Salon von 1909. Der Name und die zu Beginn der Bewegung in Frankreich weit verbreitete Bezeichnung als geometrischer Stil erwuchsen aus dem Eindruck der ersten Betrachter: Sie erkannten in den zeitgenössischen Gemälden mit ihren geometrischen Formsprachen eine neuartige Darstellungsweise.


 

 

 

Text: Kai Hunsicker / Photos: Gruppe Xylos